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Konzern-Steuerstrategie

1. Einleitung

Die nachfolgende Steuerstrategie beschreibt die grundlegenden Einstellungen des SWIETELSKY Konzerns („SWIETELSKY“) zu Steuern.

In der strategischen Ausrichtung des Familienunternehmens wird der nachhaltigen Prosperität des Unternehmens Vorrang gegenüber Wachstum eingeräumt. Unternehmerisches Denken und selbstständiges Handeln der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter sowie die stetige Weiterentwicklung und die zukunftsorientiere Annahme neuer Herausforderungen sind Kernelemente von SWIETELSKYs Unternehmenskultur und sorgen für die positive Unternehmensentwicklung und die Wahrnehmung von SWIETELSKY als innovatives, leistungsfähiges und verlässliches Bauunternehmen.

Teile dieser Unternehmenskultur sind in Form grundlegender rechtlicher, ethischer und moralischer Verhaltensprinzipien in einem Verhaltenskodex fortentwickelt und verbindlich festgehalten. Gesetzeskonformes Verhalten im Bereich Steuern sowie die Wahrnehmung von Steuern als gesellschaftliche Verpflichtung sind darin normierte Grundprinzipien.

2. Steuern als Ausfluss der Geschäftstätigkeit nach Regionen

SWIETELSKY betreibt seine Geschäftstätigkeit in Europa sowie Australien und entscheidet sich anhand des eigenen Leistungsportfolios und den Marktgegebenheiten für eine Tätigkeit in einem Land. Durch diese auf wirtschaftliche und betriebliche Überlegungen ausgerichtete Strategie wird SWIETELSKY auch in sogenannten Niedrigsteuerländern (zum Beispiel Ungarn oder Schweiz) tätig.

Die Gründung von Gesellschaften oder Betriebsstätten folgt ausschließlich diesen betrieblichen Überlegungen. Alle SWIETELSKY Tochtergesellschaften führen aktive, operative Geschäftsaktivitäten unter Verwendung physischer Ressourcen durch und dienen nicht dem Zweck der Steuergestaltung oder -vermeidung.

SWIETELSKY verhält sich einwandfrei und ehrlich in Bezug auf Steuern und Abgaben. Dabei vermeidet SWIETELSKY aggressive Steuerplanung und künstliche Gestaltung. Jegliche Geschäftstätigkeit folgt dem Grundsatz „Tax follows Business“ – sämtliche Transaktionen sind betrieblich veranlasst und nicht steuergestalterisch motiviert.

3. Steuern als gesellschaftlicher Beitrag

Die Strategie von SWIETELSKY besteht darin, seine unternehmerischen Ziele zu erreichen und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Beitrag für alle Stakeholder zu leisten.

SWIETELSKY zahlt einerseits entlang seiner Wertschöpfungskette Ertragsteuern, Abzugssteuern, Verbrauchssteuern und Zölle in sämtlichen Ländern, in denen der Konzern tätig ist. Zudem werden Umsatzsteuer und personenbezogenen Steuern eingehoben und abgeführt. Andererseits nutzt SWIETELSKY auch steuerliche Begünstigungen und Förderungen, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit von öffentlichen Stellen gewährt werden.

Der Konzern nimmt dadurch seine gesellschaftliche Verantwortung als Steuerzahler wahr und leistet durch einwandfreies Verhalten seinen Beitrag zur sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionsfähigkeit von Staaten.

SWIETELSKY bekennt sich mit sämtlichen Konzerngesellschaften und deren Steuerzahlungen zu den jeweiligen Standorten und regionalen Märkten.

4. Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und Beachtung von OECD Grundsätzen

SWIETELSKY ist bestrebt die lokalen Gesetze im Rahmen vertretbarer Rechtsansichten einzuhalten. Zu diesem Zweck sind die Aufgaben und Ressourcen des Steuermanagements so strukturiert, dass aktuelle Vorschriften in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist, bestmöglich eingehalten werden.

Vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung wird sichergestellt, dass die zugrunde liegenden Strukturen den geltenden steuerlichen Verpflichtungen entsprechen. Während der Laufzeit von Verträgen erfüllt der Konzern seine Dokumentationspflichten gemäß den anzuwendenden Gesetzen und Vorschriften, reicht sämtliche abzugebenden Erklärungen ein und zahlt die Steuern fristgerecht.

Angesichts des überwiegenden Anteils der in Österreich durchgeführten Aktivitäten des Konzerns und der Charakteristik seiner Geschäftstätigkeit im Ausland, sind konzerninterne Transaktionen zwischen den in verschiedenen Ländern ansässigen Unternehmen begrenzt. Der Preis solcher Transaktionen richtet sich nach dem in der OECD verankerten Fremdvergleichsgrundsatz und wird in den Verrechnungspreisdokumentationen beschrieben. Internationale Berichtspflichten im Zusammenhang mit Verrechnungspreisen werden erfüllt. SWIETELSKY ist bestrebt, bei länderübergreifenden Sachverhalten den Empfehlungen der OECD (BEPS-Aktionsplan) zu folgen.

Das Sammeln von Informationen durch Steuerverwaltungen verschiedener Staaten bedingt weitreichende Meldepflichten. SWIETELSKY ist bestrebt diese Meldepflichten ausnahmslos zu erfüllen.

5. Verhältnis zu Finanzbehörden und Regierungen

SWIETELSKY pflegt eine offene Zusammenarbeit mit den öffentlichen Institutionen und den lokalen Finanzbehörden. Auf der Grundlage gegenseitigen Respekts wird eine konstruktive Beziehung aufgebaut und ein zielorientierter Dialog geführt.

Die Komplexität der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, der Umfang der Geschäftstätigkeit und das Volumen der Steuerverpflichtungen bedingen das Risiko, dass unsere Rechtsmeinungen aufgrund unterschiedlicher Auslegungen von den Steuerbehörden nicht akzeptiert werden.

In solchen Fällen verteidigt SWIETELSKY die Interessen des Konzerns indem es Zweck und Wortlaut der Gesetze analysiert, sowie das vom Gesetzgeber angestrebte Ziel respektiert. Erforderlichenfalls bestreitet SWIETELSKY den Rechtsweg, um offen kommunizierte Standpunkte durchzusetzen.

SWIETELSKY ist zur Erlangung von Rechtssicherheit bestrebt, die Auslegung strittiger Sachverhalte von den Steuerbehörden durch Betriebsprüfungen oder Auskunftsersuchen zeitnah einzufordern. Anforderungen von Steuerbehörden werden von SWIETELSKY rasch und angemessen bearbeitet.

6. Steuerliches Risikomanagement und Steuerkontrollsystem

Die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen im globalisierten Geschäftsverkehr sind regelmäßigen Änderungen unterworfen und oft komplex. Die Notwendigkeit der Interpretation und Auslegung durch die Behörden und das Management birgt ein immanentes Risiko.

SWIETELSKY hat eine geringe Risikobereitschaft in Bezug auf Steuern. Die Systeme und Kontrollen sowie die Aufgaben und Ressourcen des Steuermanagements sind so strukturiert, dass steuer- und abgabenrechtliche Gesetze und Bestimmungen eingehalten werden.

Risiken werden regelmäßig analysiert und durch geeignete Maßnahmen reduziert. Das Steuermanagement steht dazu in kontinuierlichem Austausch mit allen Geschäftsbereichen sowie anlassbezogen mit externen Beratern.

Die Steuerfunktion in den jeweiligen Konzernländern ist definiert und wird von den lokal zuständigen Mitarbeitern bzw. externen Beratern wahrgenommen. Diese stellen Anwendung und Wissenstransfer (beispielsweise durch Kontrollen, Richtlinien oder Schulungen) sicher. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit Abschlussprüfern und externen Steuerberatern eine wichtige Rolle.